30 Jahre DAX - Ein Symbol für den Wohlstand hierzulande

Den 30. DAX-Geburtstag feierte die Deutsche Börse im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse. Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, war dabei einer von drei Rednern. Er nahm die Anlegerperspektive ein und beleuchtete den Geburtstag aus Investorensicht. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse AG, Dr. Theodor Weimer, begrüßte als Gastgeber und der Vorstandschef von Fresenius, Stephan Sturm, würdigte das DAX-Jubiläum aus der Sicht eines Indexmitglieds.

Hans Joachim Reinke

Am 1. Juli 1988 hat die Deutsche Börse den Leitindex für die deutsche Wirtschaft erstmals berechnet. Das Jubiläum zum 30. Geburtstag des DAX feierte die Deutsche Börse mit rund 300 Gästen, darunter zahlreiche Vorstände von Unternehmen aus der DAX-Familie, am Montag im Handelssaal der Alten Börse. Das traditionelle Läuten der Börsenglocke – diesmal anlässlich des Geburtstags und nicht zum Handelsbeginn – übernahmen die Gründerväter des DAX, Manfred Zaß und Frank Mella, gemeinsam mit Theodor Weimer. "Der DAX ist eine Institution – Investoren vertrauen ihm, Medien blicken auf ihn. Wer an die deutschen Unternehmen glaubt, der investiert in ihn. Er ist eine Art Fieberkurve der deutschen Wirtschaft. Zugleich ist der DAX eine Erfolgsstory: transparent, regelbasiert und liquide", sagte Theodor Weimer.

Die Anzeigetafel, die üblicherweise den Tagesverlauf des DAX-Index abbildet, zeigte an diesem Morgen eine "30 Jahre DAX"-Kurve an. Dabei wurde der Wertanstieg deutlich, den der DAX erreicht hat: Seit seiner Einführung zum 1. Juli 1988 mit 1.163 Punkten hat sich das wichtigste deutsche Börsenbarometer mehr als verzehnfacht – trotz gelegentlicher Rückschläge, wie Dotcom, 9/11 oder der Finanzkrise. Sein bisheriges Allzeithoch erreichte der DAX-Index mit 13.596,89 Punkten am 23. Januar 2018.

Vorteile des DAX für Anleger

Als der Index 1988 startete, spielten Aktien für die breite Bevölkerung kaum eine Rolle: Es gab in Deutschland 3,2 Mio. direkte Aktionäre und deutlich weniger Besitzer von Investmentfonds. Allenfalls interessierte Randgruppen verfügten über ein Wertpapierdepot mit Aktien. „Die Börse war damals ein Thema vor allem für Kunden, die man heute dem Private Banking zuordnen würde“, blickt Reinke zurück.

Heute ist der DAX eine starke Marke. Die Zahl der Aktionäre ist zwar nicht so stürmisch gewachsen wie die Kurse. Trotzdem hatten nach Angaben des Deutschen Aktieninstitutes (DAI) im vergangenen Jahr 4,9 Millionen Deutsche und damit rund 50 Prozent mehr als vor 30 Jahren eine Aktie im Depot. „Deutlich mehr zur Breitenwirkung beitragen konnten Investmentfonds“, so Reinke. Laut Zahlen des DAI sind heute über 7 Millionen Menschen allein in Aktienfonds investiert.

DAX

Zugpferd für Wohlstand

Den DAX sieht Reinke beim Werben um einen ausgewogenen Vermögensaufbau als wichtiges Zugpferd: „Seine Präsenz in den Medien – bis hin zur Tagessschau – hat die Aktie zu einem öffentlichen Thema gemacht.“ Der Index stehe für die Stärke der deutschen Wirtschaft und sei damit aber zugleich auch ein Angebot an alle Bürger, an diesem Wohlstand teilzuhaben – „über die Aktien eben dieser Unternehmen“.

Da sieht Reinke weiter Handlungsbedarf: „Die Teilhabe ist heute zwar besser. Aber wir haben immer noch Luft nach oben“. Nur 10 Prozent der privaten Geldvermögensbestände in Deutschland bestehen aus Aktien und Anteilsrechten. Nach Zahlen der Beratungsgesellschaft Ernst & Young liegen sogar nur rund 36 Prozent der DAX-Aktien in deutscher Hand. Gerade einmal jede zehnte Aktie ist in der Hand privater Aktionäre.

 30 Jahre DAX

Finanzielle Bildung stärken

Ein Haupthindernis für die Zurückhaltung sieht Reinke in der mangelnden finanziellen Bildung. „Wenn sich junge Menschen bei der Geldanlage eher zu Sportwetten hingezogen fühlen als zur Aktienanlage, sollte uns das zu denken geben“, so Reinke. Hier müssten die verantwortlichen Akteure gemeinsam ansetzen.

Das Ersparte könne dazu beitragen, langfristige gesellschaftliche Herausforderungen besser zu meistern – etwa in der Altersvorsorge. Reinke fordert daher bessere politische Rahmenbedingungen für das Aktiensparen: „Auch wenn ich keine Glaskugel habe, bin ich guter Hoffnung, dass wir aktienbasiertes Anlegen noch breiter in der Gesellschaft verankern. An der Evolution des Sparens führt kein Weg vorbei“.

Der DAX habe im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte jedenfalls eindrucksvoll bewiesen, was Aktien leisten könnten: „Sicher werden wir alle immer mal wieder Geduld aufbringen müssen, wenn er mal wieder eine Berg- und Talfahrt vollführt. Aber das hat sich langfristig immer ausbezahlt“.

Eine Einschätzung zur Zukunftsperspektive des DAX von Vorstandsmitglied Jens Wilhelm finden Sie unter nachfolgendem Link:
Zukunftsperspektive DAX

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