Reinke Interview Corona

Reinke: Fondsgeschäft bleibt Wachstumsbranche trotz Coronakrise

Vorstandsvorsitzender Hans Joachim Reinke spricht im Interview über die Auswirkungen von Corona und wie Union Investment sich den diesbezüglichen Herausforderungen derzeit stellt.

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Unser Vorstandsvorsitzender, Hans Joachim Reinke, sieht Union Investment auch trotz der Corona-Pandemie für die Zukunft gut aufgestellt. Derzeit sei es eine anspruchsvolle Arbeit mit den Entwicklungen an den Kapitalmärkten angemessen umzugehen. Auch der Beratungsbedarf der Kunden, bezeichnet Reinke, sei in Zeiten wie diesen besonders hoch. Doch die Asset Management Branche bezeichnet er weiterhin als eine Wachstumsbranche und benennt den Anspruch auch weiterhin zu den Vorreitern gehören zu wollen.

Mit den Entwicklungen an den Kapitalmärkten angemessen umzugehen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Der Beratungsbedarf der Kunden ist in Zeiten wie diesen besonders hoch.

Hans Joachim Reinke

Vorstandsvorsitzender Union Investment

Auch Union Investment musste mit Corona seine Geschäftsprozesse anpassen. Während des Shutdowns durch die Corona-Pandemie arbeiteten rund 90% der Mitarbeiter von zu Hause aus. Diese Umstellung konnte aber ohne Probleme umgesetzt werden, da mobiles Arbeiten schon lange zur Unternehmenskultur gehörte. Hans Joachim Reinke betont, dass insbesondere nun in Zeiten, in denen Homeoffice für Millionen Arbeitnehmer zum Arbeitsalltag wurde, deutlich werde, dass bei der digitalen Infrastruktur Verbesserungsbedarf bestehe. Dies mache sich vor allem bei Videokonferenzen bemerkbar. Reinke bescheinigt dabei den Verantwortlichen aus Industrie und Politik Verbesserungspotential.

 

Nachhaltigkeit unverändert im Mittelpunkt des Geschehens

Union Investment will sich aus Unternehmenssicht in Zukunft die Frage stellen, ob die vielen dienstlichen Reisen nicht durch digitale Videokonferenzen ersetzt werden können. Dies spare Zeit, Geld und schone zudem die Umwelt, so Reinke. Vor allem letzteres sei von enormer Bedeutung, da Union Investment bereits seit Jahren auf Nachhaltigkeit setzte. So verzeichne Union Investment aktuell einen 50%-igen Anteil von nachhaltigen Produkten im Absatz auf Privatkundenseite. Dabei sei besonders auffallend, dass sich Kunden bei den drei ESG Aspekten (Environment, Social, Governance) nicht mehr nur mit Environment auseinandersetzen würden, sondern vermehrt auch mit den beiden anderen Aspekten. „Soziale Gerechtigkeit sowie rechtlich und ethisch untadeliges Verhalten von Unternehmen treiben die Menschen genauso um wie das Klima“, so CEO Reinke.

Die Politik in Bund und Ländern stand vor historischen Herausforderungen und zum Teil unkalkulierbaren Risiken. Sie hat darauf schnell und umfassend reagiert. Das verdient Anerkennung und Lob.

Hans Joachim Reinke

Hans Joachim Reinke

Ausnahmesituationen benötigen pragmatische Lösungen auf EU-Ebene

Dass die Wirtschaft in Deutschland im ersten Quartal bisher glimpflich davongekommen ist, sei der Landes- und Bundespolitik zu verdanken. Jene Akteure standen vor historischen Herausforderungen und haben auf diese schnell und umfassend reagiert. Auch aufgrund des entschlossenen Gegensteuerns der Notenbanken und der Staaten konnte ein Übergreifen der Krise auf das Finanzsystem verhindert werden. Innerhalb der Europäischen Union sieht Reinke die Politik aktuell in der Pflicht, in Ausnahmesituationen pragmatische Lösungen zu finden. Wirtschaftlich stärkere EU Mitglieder müssen hierbei ihre Solidarität mit den von der Krise besonders betroffenen Länder zeigen. Jedoch dürften dabei keine Spielregeln der Gemeinschaft grundsätzlich und dauerhaft außer Kraft gesetzt werden.