Kapitalmarkt

Finanzberater sehr gefragt
Anleger in Schockstarre - Jeder zweite kapituliert vor den Niedrigzinsen

Obwohl der Niedrigzins viele Sparziele in weite Ferne rücken lassen, überdenkt gerade einmal ein gutes Drittel der deutschen Sparer die Geldanlage. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Union Investment. Doch das Anlegerbarometer erbrachte noch mehr bemerkenswerte Ergebnisse.

Die Altersvorsorge ist das stärkste Motiv, um nach Alternativen zum fast zinslosen Sparen nachzudenken. Jeder Zweite der befragten Finanzentscheider sieht hier Handlungsbedarf und möchte seine bestehenden Anlagen auf den Prüfstand stellen und eventuell modifizieren. Allerdings kapitulieren fast ebenso viele Menschen vor dem andauernden Niedrigzinsniveau. Sie rechnen unabhängig von der Art der Geldanlage mit keiner vernünftigen Verzinsung mehr. 31 Prozent haben ganz aufgegeben und geben ihr Geld lieber aus, anstatt zu sparen. Diese Resignation ist in der aktuellen Lage aber keine Lösung. Ob für den Ruhestand oder um sich größere Wünsche zu erfüllen, ist ein Finanzpolster weiterhin notwendig. Dafür sollten Sparer sich aktiv über ertragreichere Alternativen informieren.

Geldanlage in Aktien könnte Verlustängste überwinden

Grundsätzlich besteht bei deutschen Sparern sogar die Bereitschaft für chancenorientierte, kapitalmarktbasierte Anlagen. 31 Prozent können sich eine Geldanlage in Aktien „auf jeden Fall“ vorstellen. Ein weiteres Drittel beantwortet die Frage immerhin mit „eventuell“. Allerdings lehnen 38 Prozent Aktien als Anlageform komplett ab. Dabei spielt häufig die Verlustangst eine Rolle. Fast drei Viertel der Befragten geben an, dass aktienbasierte Anlagen für sie in Frage kämen, wenn sie wüssten, dass diese über einen Zeitraum von 20 Jahren keinen Verlust machen. Im Rückblick betrachtet haben die Märkte diese Bedingung in der Vergangenheit immer erfüllt. So hat jede Investition in den internationalen Aktienindex MSCI-World zu einem beliebigen Zeitraum zwischen 1970 und 2015 ab einer Haltedauer von 14 Jahren bereits eine positive Rendite erzielt. Hierüber besteht auf jeden Fall noch Aufklärungsbedarf. Mangelndes Wissen über Aktien geben dementsprechend auch 68 Prozent der Befragten als Grund von Vorbehalten gegen eine breitere Vermögensstruktur an.

Bei Anlageentscheidungen wünschen sich viele Unterstützung

Auf dem Weg zur passenden Anlagelösung könnte ein Gespräch mit einem Finanzberater in der Bank helfen. Das finden auch 51 Prozent der Befragten. Diese Zahlen bestätigen, dass die Menschen nach wie vor persönlich beraten werden wollen, besonders wenn es um das eigene Vermögen geht. Hier liegt eine der Kernaufgaben für die Finanzdienstleistungsbranche. Wir müssen die Menschen bei ihren Ängsten und Erwartungen abholen und ihnen bedarfsgerechte Anlagelösungen zur Verfügung stellen. Dafür will Union Investment mit einer möglichst breiten Aufklärung zu Finanzthemen seinen Teil dazu beitragen.