EU-KOM High Level Forum Report

High-Level Forum: Empfehlungen sind wichtiger Schritt auf dem Weg zu EU-Kapitalmarktunion

Im Auftrag der EU-Kommission hat ein internationales Expertengremium Empfehlungen zur Stärkung des europäischen Kapitalmarkts formuliert. Alexander Schindler, Mitglied des sogenannten High-Level Forums der EU-Kommission und Vorstandsmitglied von Union Investment, hob anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Expertenberichts dessen Bedeutung hervor: „Der Report ist ein wichtiger Schritt hin zu einer umfassenden europäischen Kapitalmarktunion. Er enthält weitreichende Vorschläge zur Verbesserung des Kapitalmarktes in der EU, von denen insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen und die Anleger profitieren werden.“

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Die EU-Kommission hatte das High-Level Forum (HLF) im Herbst letzten Jahres in Hinblick auf ihr Ziel ins Leben gerufen, in Europa eine Kapitalmarktunion zu schaffen. Das aus 28 Mitgliedern bestehende Forum setzt sich aus internationalen Experten aus Finanzbranche, Wissenschaft, Verbraucherschutzorganisationen und unabhängigen Experten zusammen, ergänzt um Beobachter aus EU-Spitzenbehörden wie EZB, EBA, ESMA und EIOPA. Mit ihren Empfehlungen sollte die Gruppe sicherstellen, dass Bürger und Unternehmen in der gesamten EU zu gleichen Bedingungen und unabhängig von ihrem geographischen Standort Zugang zu den Kapitalmärkten haben.

Ein wesentliches Ziel der Vorschläge ist, die Finanzierungsmöglichkeiten für kleinere und mittlere Unternehmen in der EU zu verbessern. Hierzu sollen beispielsweise bestimmte Unternehmensdaten in einem „European Single Access Point“ für die Öffentlichkeit und frei von Gebühren und Lizenzen zugänglich gemacht werden, was für Investoren von erheblicher Relevanz ist. Das gilt auch für die Maßnahmen zur Stärkung der Aktionärsrechte, die unter anderem mit dem Vorschlag zur Schaffung einer bisher fehlenden EU-einheitlichen Definition von „Aktionär“ einhergeht.

 

Union Investment sieht große Chancen für Anleger und Unternehmen

Union Investment begrüßt die Vorschläge des Berichts ausdrücklich. Damit könnten sich sowohl die Voraussetzungen für aktive Asset Manager auf der Investitionsseite als auch in ihrer Funktion als treuhänderisch agierender Investor verbessern, der die Aktionärsrechte aktiv wahrnimmt. Für Sparer wiederum, die im anhaltenden Niedrigzinsumfeld eine ausreichende Altersversorgung nur schwer realisieren können, soll der Zugang zum Kapitalmarkt und somit zu höher rentierlichen Anlagen verbessert werden.

Wenn es gelingt, die wesentlichen Punkte umzusetzen, bietet sich die einmalige Chance, den Zugang zu den Kapitalmärkten auf breiter Front zu verbessern. Und zwar sowohl für diejenigen, die dringend Kapital zur Finanzierung benötigen, als auch für diejenigen, die in Zeiten niedriger Zinsen mehr denn je darauf angewiesen sind, an den Kapitalmärkten Vermögen zu bilden und ihre Altersvorsorge zukunftssicher aufzustellen.

Alexander Schindler

Mitglied des Vorstands, Union Investment

Als wegweisend schätzt Alexander Schindler zudem die vorgeschlagenen Instrumente zur Weiterentwicklung der Altersvorsorge ein. Hier geht es unter anderem um den Aufbau europaweiter, länderübergreifender Transparenz zu den nationalen Systemen und umfassende Auskunftsmöglichkeiten für Vorsorgesparer zu den erworbenen Anwartschaften.

Schindler betont insbesondere die Wege die der Bericht aufgezeigt, um europäische Anleger auf breiter Ebene an das Wertpapiersparen heranzuführen und sowohl Sparer als auch Anbieter von Finanzprodukten von bürokratischen Hürden zu entlasten. Gleichzeitig zeigen die Vorschläge Möglichkeiten auf, um Kapitalmärkte in der EU insgesamt effizienter und damit wettbewerbsfähiger aufzustellen.

Ich habe mich dafür eingesetzt, dass es keinen Automatismus von Kapitalmarktunion und Verlagerung von Aufsichtsrechtskompetenzen an Europäische Behörden gibt.

Alexander Schindler

Alexander Schindler Zitatbild

So divers das High-Level Forum zusammengesetzt war, so verschieden waren teilweise auch die Meinungen, was sich insbesondere beim Thema Aufsicht zeigte. Schindler betont zum Abschluss nochmal, dass er sich dafür eingesetzt habe, dass es keinen Automatismus von Kapitalmarktunion und Verlagerung von Aufsichtsrechtskompetenzen an Europäische Behörden gibt. Er legt dabei wert darauf, dass dort wo bei einer etwaigen Verlagerung keine Effizienzen zu erwarten sind und es auf Nähe zu den beaufsichtigten Unternehmen und den Bürgern ankommt, die nationalen Aufsichtsbehörden auch weiterhin zuständig bleiben sollten. Und auch dieses Meinungsspektrum greift der Bericht auf.