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Bundesregierung bekennt sich zur Wahlfreiheit zwischen Provisions- und Honorarberatung
 

Die deutsche Bundesregierung bekennt sich klar zum Erhalt der provisionsgestützten Anlageberatung und lehnt mit Blick auf die Erfahrungen aus Großbritannien ein Verbot von Provisionen ab. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion hervor, welche am 28. Februar veröffentlicht wurde. Abgelehnt wird ebenso eine Deckelung von  Provisionen. Während beim provisionsbasierten Modell die Beratung im Rahmen der Kosten des Finanzprodukts berücksichtigt sind, wird beim honorarbasierten Modell die Beratung z.B. durch ein Honorar auf Stundenbasis abgerechnet.

Anlegergerechte Beratung ist entscheidend

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellte in einer kleinen Anfrage mit dem Titel „Bedarfsgerechte Anlageberatung“ unter anderem Fragen zu den Modellen der Provisionsberatung und der Honorarberatung sowie einer Deckelung von Provisionen.
Die Bundesregierung führt hierzu aus, dass im Einklang mit MiFID II, die ein Nebeneinander von provisionsfreier und provisionsgestützter Anlageberatung zulässt, im Zweiten Finanzmarktnovellierungsgesetz an der bisherigen Praxis festgehalten wird. Ziel sei es, eine anlegergerechte Beratung zu ermöglichen.

Gerade die Erfahrungen in Großbritannien würden zeigen, dass ein Provisionsverbot zu Angebotslücken führt, da sich die Anbieter von Honorarberatung auf wohlhabende oder einkommensstarke Kunden konzentrieren würden und weil viele Kunden die hohen Honorare nicht bezahlen könnten oder wollten. Dabei sei der Beratungsbedarf in Großbritannien insbesondere für die Altersvorsorgeprodukte gestiegen.

In Deutschland stehen beide Vertriebsformen im Wettbewerb. Welche Art der Anlageberatung in Anspruch genommen werde, beruhe auf den Entscheidungen der Anleger. Diese können ihren Anbieter frei wählen oder wechseln und seien nicht an ein Vergütungsmodell gebunden.

Durch das Nebeneinander von Provisions- und Honorarberatung solle sowohl der Zugang zum Kapitalmarkt für alle Anleger als auch die Wirtschaftlichkeit der Beratungsdienstleistung in der Breite weiterhin gewährleistet werden.

Welche Art der Anlageberatung in Anspruch genommen wird, beruht auf Entscheidungen der Anleger

Antwort der Bundesregierung

Absage an Deckelung von Provisionen

Weiterhin erteilte die Bundesregierung in ihrer Antwort eine Absage an eine Deckelung von Provisionen. Die neuen gesetzlichen Vorgaben von MiFID II würden die Transparenz erhöhen. Preise sollten sich im freien Wettbewerb bilden und nicht durch eine Preisregulierung, so die Bundesregierung. Darüber hinaus ginge eine solche Begrenzung über die europäischen Vorgaben hinaus.

Preise sollen sich im freien Wettbewerb bilden.

Antwort der Bundesregierung

Union Investment für einen breiten Zugang zur Anlageberatung

Union Investment begrüßt die Antwort der Bundesregierung. Nur durch eine Koexistenz beider Beratungsformen, die in einem fairen Wettbewerb zueinander stehen, kann eine flächendeckende und qualifizierte Anlageberatung ermöglicht werden. Bürgerinnen und Bürger sollten selbst entscheiden können, welches Modell den eigenen Bedürfnissen besser gerecht wird. Weiterhin stimmen wir der Bundesregierung in der Absage einer Deckelung von Provisionen zu. Preise bilden sich im freien Wettbewerb.